Schäßburg
Schäßburg (rumänisch:Sighisoara, ungarisch: Segesvár)
Schäßburg ist mit 32.287 Einwohnern (2002) eine der bedeutenderen Städte im Bezirk Mureş (Siebenbürgen, Rumänien). Sie liegt am Fluss Târnava Mare (dt. Große Kokel) im Kokeltal auf 46° 12 nördlicher Breite, 24° 48 östlicher Länge. Ihr einzigartiges historisches Zentrum wurde 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.
Geschichte
Schäßburg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern, den sogannten Siebenbürger Sachsen, gegründet. Im Jahre 1280 ist es als Castrum Sex das erste Mal urkundlich überliefert. 1298 wird es als Schespurch und 1337 mit dem ungarischen Namen Seguzwar erwähnt.
1367 wird Schäßburg erstmals als Stadt (civitas) erwähnt.Auf dem Burgberg entwickelte sich die Burgsiedlung um die erste Kirche, die nordwestlich vom heutigen Stadtpfarrhof gegen Ende des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Neben dieser Kirche stand auch die älteste Schule von Schäßburg (urkundlich erwähnt 1522). Um 1350 wurde mit dem Bau der heute noch großteils vorhandenen, 930 m langen Ringmauer in Ovalform um den Burgberg und den Schulberg begonnen.Als Ende des 16. Jahrhunderts innerhalb der Burg kein Raum für weiteren Hausbau mehr frei war, entstand außerhalb der Ringmauern an der Süd- und Südostseite der Burg die Unterstadt, die sich um den späteren Marktplatz entwickelte. Die Zufahrten zum Marktplatz wurden durch neun Türme und Tore abgeriegelt. Ein eigenes kleines Bollwerk bildete schon um 1500 das ummauerte Hospital mit Spitalskirche und Schule.
Wirtschaftsleben und Wohlstand der Bürger wurden von Handwerk, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe bestimmt. 1376 wurden 19 Zünften gegründet, denen 25 Gewerbe angehörten. Jede Zunft mußte ihren Wehrturm instand halten und verteidigen. 1884 wurden die Zünfte aufgelöst, da sie durch vermehrte Konkurrenz ihre Bedeutung verloren.
Wiederholte Überfälle von feindlichen Heeren, Katastrophen wie Überschwemmungen, Großbrände, Pestepidemien haben das Anwachsen der Einwohnerzahl der Stadt zeitweilig stark beeinträchtigt. 1603 starben 2000 Einwohner an der Pest. 1709 waren es sogar 4000. Besonders große Opfer haben die langjährige Türkenherrschaft (1428-1687) sowie die Kurutzeneinfälle (1704) gefordert.Im vorigen Jahrhundert entstanden die ersten Kleinbetriebe.In der Zwischenkriegszeit kamen die Seidenweberei, die Lederfabriken Zimmermann und Adleff, die Gießerei West und andere hinzu. 1948 erfolgte die entschädigungslose Enteignung aller Privatbetriebe sowie der Gewerbevereins- und Volksbank. Nach 1948 entstanden neue Betriebe.
Die bestehenden wurden erweitert. Heute gibt es in Schäßburg Textil-, Glas- und Fayancefabriken, metallverarbeitende Betriebe und Konfektionsbetriebe. Diese Betriebe werden zur Zeit privatisiert.
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Besonderen Dank an:
Fotos © by Wilhelm Scherz
www.karpatenwilli.com
Textquelle:Wikipedia, Siebenbuerger.de
Letzte Änderung am Sonntag, 22. Januar 2012 um 18:20:22 Uhr.





