Eschershausen

Die Raabestadt Eschershausen ist eine Kleinstadt im Norden des Landkreises Holzminden in Niedersachsen, Deutschland und Sitz der nach ihr benannten Samtgemeinde.

Geographie:

Die bis 480 m hohen waldreichen Mittelgebirgszüge Ith, Vogler, Hils, Homburgwald und Elfas umgeben Eschershausen, das somit inmitten des Weserberglands liegt. Die günstige Lage ergibt sich aus der fischreichen Lenne und den ergiebigen Trinkwasserquellen Herrenborn und Wehnborn.


Geschichte:


Der Ort entstand an der Kreuzung der alten Heerstraßen Köln/Höxter–Braunschweig und Hameln-Einbeck. Nach der älteren Forschung erfolgte die erste urkundliche Erwähnung zwischen 870 und 880 in dem gefälschten corveyschen Regestrum Saracchonis. Die erste gesicherte Nennung ist von 1054 als „Ascgereshuson“. Doch die Siedlung ist sicherlich eine ältere Gründung, etwa aus der Zeit der Sachsenkriege im 8. Jahrhundert, als die Endungen -hausen/-husen, meist verbunden mit einem Personennamen, dominierten.

Um das Jahr 1100 warb Bischof Udo von Hildesheim holländische oder flämische Neusiedler an, um die unerschlossenen Waldgebiete im Weser- und Leinebergland, aber vor allem im Vogler bei Eschershausen, zu besiedeln. Die Rechte dieser Siedler wurden im „Eschershäuser Hägerrecht“ festgeschrieben. Obwohl die Hagenkolonisation recht erfolgreich war, und sich bis nach Ostdeutschland und -europa ausbreitete, fielen die meisten der Hägerdörfer um Eschershausen wieder wüst. Heute geht man von mehr als 30 wüsten und nur drei bestehenden Hägerorten (Buchhagen, Heinrichshagen) in der Gegend um Eschershausen aus.

Mit dem Aussterben der Edelherren von Homburg im Jahr 1409 kam Eschershausen zum Herzogtum Braunschweig. Mit Ausnahme der Franzosenzeit von 1806–1813 blieb Eschershausen damit Teil des Herzogtums (ab 1922 Freitaates) Braunschweig bis 1941.

1742 ließ der Herzog von Braunschweig über die Lenne eine steinernde Bogenbrücke bauen, die für eine sichere Überfahrt der Postwagen nur bei Hochwasser vorgesehen war.

Im Jahr 1833 erhielt Eschershausen die Stadtrechte, als die Stadt 1.145 Einwohner hatte.

1900 erhielt die Stadt einen Bahnhof im Zuge der Fertigstellung der Eisenbahnstrecke der Vorwohle-Emmerthaler Eisenbahn-Gesellschaft (VEE).

Im Zuge eines Gebietsaustausches zwischen den Freistaaten Braunschweig und Preußen kam Eschershausen als Teil des Landkreises Holzminden 1941 zur preußischen Provinz Hannover. Damit endete die über 500-jährige Zugehörigkeit zum Herzogtum beziehungsweise Land Braunschweig. 1946 wurde der Landkreis Holzminden erst Teil des neuen Freistaates Hannover, dann noch im selben Jahr Teil des neu gegründeten Landes Niedersachsen.

1965 hatte Eschershausen ca. 4.000 Einwohner und 1996 lebten 4.260 Einwohner in der Stadt.


Sehenswürdigkeiten:


* Wilhelm-Raabe-Geburtshaus von 1828
* St. Martinkirche (evangelisch-lutherisch); barocker Saalbau mit romanischem Westturm.
* Älteste Wohnhaus Fachwerkhaus von 1580
* Worthbrücke von 1742 über die Lenne
* Brauhaus von 1843
* Ehemaliges Amtsgericht von 1843 im klassizistischem Stil
* Schulgebäude von 1931
* Wilhelm-Raabe-Denkmal von 1931
* Geburtshaus von Otto Elster
* Geburtshaus von Ludwig Kubel
* Heimatstube des Landkreises Leobschütz/OS


Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten in der Nähe


* Ebersnackenturm im Vogler (westlich von Eschershausen)
* Ruine der Homburg im Homburgwald (südlich von Eschershausen)
* Segelfluggelände auf dem Ith
* Rothesteinhöhle im Ith
* Ithklippen
* Wilhelm-Raabe-Turm im Hils (nordöstlich von Eschershausen), der Wilhelm-Raabe-Turm ist ein 1909 errichteter 15 Meter hoher Aussichtsturm in Stahlfachwerkbauweise, der zu Ehren des Dichters Wilhelm Raabe, der in Eschershausen geboren wurde, benannt wurde.

Koordinaten: 51° 55' N, 9° 39' O

Webseite: Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf


Letzte Änderung am Sonntag, 22. Januar 2012 um 18:20:27 Uhr.



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